Kategorie-Archiv: Versicherungspflichtgrenze

Absenkung der Versicherungspflichtgrenze gefordert

Der neue Vorstandsvorsitzende des PKV-Verbands, Uwe Laue, bringt 2 kritische Themen auf einmal vor:

Zum Einen fordert er, dass die Grenze, ab der man sich als Angestellter privat versichern kann, deutlich gesenkt werden sollte. Derzeit sind es 52.200,- Euro brutto jährlich, die überschritten werden müssen. Es sei sehr willkürlich, diese Grenze so hoch anzusetzen. Daher sind nur 10 % der Bevölkerung privat versichert. Dies benachteiligt die PKV natürlich stark. Einen eigenen Vorschlag, wo die Grenze gesetzt werden sollte, machte er nicht.

Wie zu erwarten war, wird er dafür von Seiten der GKV gescholten. Es wird ihm sogar vorgeworfen, dass er hierdurch auf die fehlende Leistungsfähigkeit der PKV hinweist. Das wirkt wiederum recht ungereimt, denn das Geschäftsfeld der PKV für die private Krankenversicherung als Vollversicherung ist von Staats wegen seit langer Zeit eng eingeschränkt. Die Versicherungspflichtgrenze, auch Jahresarbeitsentgeltsgrenze genannt, hat sich in der Tat heftig entwickelt. Das hat selbstverständlich eine Auswirkung, was der GKV nur recht sein kann.

Zum Anderen kritisiert er das Projekt Bürgerversicherung. Dadurch würde sich die Versorgung der Bürger nicht verbessern, sondern verschlechtern. Durch den Verlust der entsprechend niedrigeren Arzthonorare sieht er eine Größenordnung von 30.000 Arztpraxen von einer Schließung bedroht. Derzeit sind es ca. 140.000 Arztpraxen. Würde die PKV als Vollversicherung abgeschafft, würde das zwischen 200.000 und 400.000 Menschen in der Folge den Arbeitsplatz kosten. Das dürfe nicht sein.

Von der GKV her sieht man den Wegfall von Praxiseinnahmen durchaus, und man denkt dort darüber nach, wie die Ärzte dafür entschädigt werden sollten. Das würde viel Geld kosten, was entweder über den Beitrag zur Bürgerversicherung aufgefangen werden müsste, oder über höhere Steuermittel, die dem System der Bürgerversicherung gutzuschreiben sind. Steuermittel, welche auch die PKV-Versicherten mit aufbringen müsste, was nicht sonderlich gerecht erscheint. Zum Konzept der Bürgerversicherung gehört ohnehin, dass die Pflichtgrenze auf das Niveau der Grenze für die gesetzliche Rentenversicherung gehoben werden soll, und außerdem sämtliche Einnahmen eines Beitragszahlers zur Berechnung des GKV-Beitrags herangezogen werden soll. Das wird sehr viel höhere Belastungen für die etwas Bessergestellten Einkommensgruppen bedeuten. Angesichts dessen müssten eigentlich gut Informierte jetzt erst recht in die PKV gehen, damit Ihnen das nicht zustößt. Sollte die Bürgerversicherung jemals kommen, gilt für PKV-Versicherte die Besitzstandswahrung.